Praxis Dr. Sandra Hendler

Herz- Kreislauf

Wie wird ein EKG durchgeführt?

Vor jedem EKG sollten Sie Ihrem Arzt mitteilen, welche Medikamente Sie einnehmen, denn manche Medikamente beeinflussen die Herzaktivität.

Durch Kurvenveränderungen im Elektro-Kardiogramm lassen sich folgende Erkrankungen erkennen:

  • Herzinfarkt: Es werden Herzmuskelzellen zerstört. In diesem Bereich findet keine Erregung mehr statt, was zu typischen Signalen im EKG führt.
  • Erkrankungen der Herzkranzgefäße: Durch die geringere Durchblutung eines bestimmten Muskelareals kommen Erregungs-Rückbildungs-Störungen zustande.
  • Überdosierung bestimmter Medikamente
  • Mangel oder Überfluss bestimmter Mineralstoffe - einige davon beeinflussen die Reizleitung
  • Vorhofflimmern oder -flattern, Kammerflimmern oder -flattern
  • Zu langsamer Herzschlag (Bradykardien) bei Erkrankungen des Sinusknotens oder AV-Knotens
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • Herzbeutelentzündung (Perikarditis)
  • Verdickung der Herzwand oder abnorme Belastung des rechten bzw. linken Herzens.


Mit Hilfe eines EKG lassen sich auch die Behandlung und der Verlauf verschiedener Herzerkrankungen überwachen. Zur Bestimmung des individuellen Risikos bieten wir neben dem Ruhe-EKG und dem Belastungs-EKG auf einem Fahrrad-Ergometer eine Reihe weiterer Untersuchungen an.
Dazu gehört die Langzeit-EKG-Aufzeichung (über 24 Stunden) sowie die Langzeit-Blutdruckmessung (ebenfalls über 24 Stunden) . Wir können diese Untersuchung kurzfristig anbieten und so schnell Herzrhytmusstörungen feststellen oder Bluthochdruckbehandlungen beginnen bzw. optimieren.

Was ist ein Belastungs-EKG?

Bei einem Belastungs-EKG wird das Elektrokardiogramm unter körperlicher Aktivität geschrieben. Bei jedem Schlag entsteht im Herzen ein schwacher Strom mit einer Spannung von ca. 1/1000 Volt. Ein Elektrokardiogramm zeichnet diese elektrischen Herzaktionen auf und gibt sie als Kurven wieder.

Wie funktioniert ein Belastungs-EKG?

Das Belastungs-EKG wird nach dem gleichen Prinzip wie ein Ruhe-EKG erstellt. Der Untschied ist nur, dass der Patient während der Messung körperlich aktiv ist. In unserer Praxis wird ein stationäres Fahrrad (Ergometer) eingesetzt. Die Arbeitsleistung wird in Watt gemessen. Die unterschiedlichen Belastungsphasen lassen sich am Fahrrad programmieren.

Wozu dient das Belastungs-EKG?

Beim Belastungs-EKG werden die Arbeitsleistung und mögliche Veränderungen der Herz- und Kreislauffunktion gemessen (Ergometrie). Folgende Krankheiten lassen sich diagnostizieren und beurteilen:

  • Erkrankung der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit, KHK)
  • Bluthochdruck unter körperlicher Belastung (Belastungshypertonie)
  • Herzrhythmusstörungen unter körperlicher Belastung
  • Medikamentöse Therapie bei KHK und Bluthochdruck
  • Belastbarkeit nach Herzinfarkt und Herzoperationen

Was ist im Vorfeld zu beachten?

In einigen Fällen darf ein Belastungs-EKG nicht durchgeführt werden. Dazu zählen:

  • Akuter Herzinfarkt: In den ersten zwei Wochen nach dem Infarkt darf in der Regel kein Belastungs-EKG durchgeführt werden.
  • Instabile Herzenge (Angina pectoris)
  • Akute Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis)
  • Hohe Ruhe-Blutdruckwerte von 220 zu 110 mmHg oder darüber
  • Frische Blutpfropfbildung (Thrombose) oder Gefäßverschluss durch ein Gerinnsel, das in die Blutbahn verschleppt wird (z.B. Lungenembolie)
  • Manche Herzrhythmusstörungen
  • Schwere Herzfehler, z.B. fortgeschrittene Aortenklappenstenose.

Unter Umständen müssen bestimmte Herzmedikamente vor einem Belastungs-EKG abgesetzt werden. Fragen Sie Ihren Arzt, ob und ab wann Sie welches Medikament nicht mehr einnehmen sollen. Setzen Sie aber Ihre Medikamente keinesfalls eigenmächtig ab!

Was ist ein Langzeit-EKG?

Bei einem Langzeit-EKG wird das Elektrokardiogramm (EKG) meist über einen Zeitraum von 24 Stunden aufgezeichnet. Eingesetzt werden kleine, tragbare Geräte, welche die Impulse elektronisch speichern. Abgeleitet wird die elektrische Aktivität des Herzens, sie wird in Form von Kurven dargestellt. Anhand des EKGs lässt sich damit die Herzerregung verfolgen. Die Daten werden am Computer ausgelesen und bewertet.

Wie funktioniert ein Langzeit-EKG?

Ein Langzeit-EKG funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie ein normales EKG. Die elektrischen Impulse, die im Herzen bei jedem Herzschlag entstehen, werden mit Hilfe von Metallplättchen (Elektroden) abgeleitet.
Wozu dient ein Langzeit-EKG?

In folgenden Fällen ist ein Langzeit-EKG sinnvoll:

  • Zum Nachweis bzw. Ausschluss von Herzrhythmusstörungen
  • Zur Diagnose von Synkopen: Dies ist ein kurzer Bewusstseinsverlust, der Sekunden bis Minuten andauern und unterschiedliche Ursachen haben kann. Beispiele sind Herzklappenfehler und Herzrhythmusstörungen, die durch längere Pausen gekennzeichnet sind
  • Zur Therapiekontrolle bei Herzrhythmusstörungen oder nach der Implantation eines Herzschrittmachers

Wie wird ein Langzeit-EKG durchgeführt?

Bei einem Langzeit-EKG werden mindestens zwei Brustwandableitungen über meist 24 Stunden aufgezeichnet. Dazu werden sechs Elektroden in einer bestimmten Reihenfolge an der Brustwand angebracht. Die Elektroden sind mit einem EKG-Gerät verbunden. Es ist besonders klein und der Patient kann es beispielsweise am Gürtel befestigen. Das Gerät besitzt außerdem ein spezielles Speichermedium (z.B. Magnetband) für die einzelnen EKG-Aufzeichnungen.

Bei einer Langzeit-EKG-Untersuchung sollte der Patient seine Beschwerden und Aktivitäten in diesen 24 Stunden genau beobachten, aufschreiben und dem Arzt mitteilen. So lassen sich Veränderungen im EKG mit entsprechenden Ereignissen in Zusammenhang bringen.

Mögliche Komplikationen

Diese Untersuchung ist praktisch risikolos. In seltenen Fällen kommt es zu einem juckenden Ausschlag im Bereich der Elektroden.

Was ist eine Langzeit-Blutdruckmessung?

Bei einer Langzeit-Blutdruckmessung wird der Blutdruck über einen Zeitraum von 24 Stunden regelmäßig gemessen und ein Blutdruck-Profil erstellt. Der Patient muss in dieser Zeit in einem Protokoll festhalten, was er jeweils gerade macht (Tätigkeitsprofil). Anhand dieser 24 Stunden Aufzeichnung können wir eine Blutdrucktherapie Stellen oder die bestehende Indikation für eine Therapie optimieren.